Stellungnahmen zu kommunalpolitischen Themen als Stadtrat siehe Homepage der GAL-Stadtratsfraktion. Ein Auszug aus meiner Philosophie über Bamberg: Denkmallandschaft
Oben: Überreichung eines Europäischen Kultur- und Umweltpreises mit (Forts. unten) Bundesumweltminister Dr.Klaus Töpfer 1992 in Bonn (v.l.n.r: Prof.Dr. Achim Hubel, Andreas Reuß, Dr. Klaus Töpfer, Renate Herrmann u.a.) Unten: Demonstrationszug des Vereins "Bewahrt die Bergstadt" 1990, u.a. mit Andreas Starke (vorne rechts)
Zeichen des Vereins Bewahrt die Bergstadt zum GEO-Tag 2003
Bewahrt die Bergstadt e.V. Gemeinnützige Vereinigung zum Schutz der Bamberger Natur- und Kulturdenkmale e.V.
Daten zur Geschichte des Vereins: Gründung: 1989
Verkehrspreis `90 1990
Europäischer Umweltpreis (2.Platz) 1992
Mitteleuropäischer Aufruf 1996
Bürgerentscheid (gewonnen) 1998
GEO-Tag der Artenvielfalt 2003
Präsentation im Naturkundemuseum 2004
Besuch von Jane Goodall, UNO 2005
Ausstellung im Bamberger Diözesanmuseum 2005
Vorsitzende: 1989-1996 Prof. Dr. Achim Hubel und Renate Herrmann
1996-2008 Andreas Reuß und Michael Rieger
ab 2008 Michael Rieger und Prof. Dr. Achim Hubel
Chronik im Überblick:
1989 Am Ende der 1980er Jahre waren die Überlegungen zum Bau einer sogenannten „Bergverbindungsstraße“ durch die Hügellandschaft im Westen Bambergs sehr weit gediehen. Daher beschlossen einige Mitglieder der Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg mit Prof. Dr. Achim Hubel vom Lehrstuhl für Denkmalpflege an der Universität Bamberg, sich in einem weiteren Verein um die ungestörte Bewahrung dieser „Denkmallandschaft“ zu kümmern.
1990 Im Vereinsvorstand waren auch mehrere Künstler vertreten, unter anderem Giovanni Herrmann und Bernhard Kümmelmann, welche neuartige Plakatwände gestalteten und auch sonst mit kreativen Aktionen bei der Argumentation gegen die Bergverbindungsstraße und für eine umweltfreundliche Gestaltung des Verkehrs in der gesamten Stadt mithalfen. Für diese kreativen und bürgerfreundlichen Aktivitäten erhielt der Verein 1990 den „Verkehrspreis `90“, der in Köln von Regierungspräsident Dr. Antwerpes überreicht wurde. In Zusammenarbeit mit dem BUND für Naturschutz entstand daraufhin die Wanderausstellung „GegenVerkehr“ mit Katalog, in der dem Verein mehrere Stelltafeln bzw. eine Doppelseite gewidmet waren.
1992 Für seine weiteren Aktionen erhielt der Verein 1992 sogar einen Preis beim „Europäischen Umweltpreis“, den der Vorstand in Bonn vom damaligen Bundesumweltminister Dr. Klaus Töpfer überreicht bekam.
1993 In diesem Jahr wurde ein großer Teil der Altstadt von Bamberg in die Liste des „Weltkulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen. Nach Aussagen der Lokalzeitung „Fränkischer Tag“ hätten dazu auch die Denkmalschutz-Vereine beigetragen, unter anderem Bewahrt die Bergstadt.
1996 Im Zusammenhang mit der Erstellung eines Gesamtverkehrs-Konzepts für Bamberg durch den Gutachter Prof. Dr. Kirchhoff startete der Verein unter der Ägide von Achim Hubel einen Aufruf von über 60 mitteleuropäischen Kunsthistorikern und Architekten zur Bewahrung des Bamberger Berggebiets und gegen den Bau einer Bergverbindungsstraße. Der Aufruf wurde als Faltblatt in Umlauf gebracht und enthielt viele berühmte Namen. Manche unterschrieben nicht nur, sondern unterstützten den Verein durch persönliche Stellungnahmen.
1998 Ein Befürworter der Bergverbindungsstraße brachte im Lauf des Jahres 1998 einen Bürgerentscheid auf den Weg. In Zusammenarbeit mit mehreren anderen Vereinen und Gruppierungen führte der Verein eine umfassende Informationskampagne durch und konnte so erreichen, dass sich eine Mehrheit von 53 Prozent der abstimmenden Bürger gegen den Bau der Bergverbindungsstraße aussprach.
1999 In diesem Jahr feierte der Verein sein zehnjähriges Bestehen mit verschiedenen Führungen und künstlerischen Installationen in der Natur durch den Künstler Giovanni (Kugeln, Markierungen, eine Telefonzelle auf der Waldwiese).
2003 Nach einer Idee von Michael Rieger führte der Verein in der Denkmallandschaft des Bamberger Berggebiets einen „GEO-Tag der Artenvielfalt“ mit umfassendem Begleitprogramm durch: Führungen, Vorträge, Arten-Bestimmungen, Lesungen, Musikdarbietungen und künstlerische Installationen begleiteten die von der Zeitschrift GEO initiierte Zählung von Tier- und Pflanzenarten in einem begrenzten Gebiet (hier: Berggebiet Bambergs) an einem bestimmten Tag (hier: 18. Juni). Mehrere bekannte Experten waren anwesend und die Zeitschrift GEO schickte eine Reporterin (Annette Lessmöllmann der Bamberger GEO-Tag wurde also aus ca. 200 ähnlichen Veranstaltungen zusammen mit vier anderen Orten ausgewählt). Der Bamberger GEO-Tag war gleichzeitig Teil der städtischen Reihe „Zehn Jahre UNESCO-Weltkulturerbe Bamberg“, so dass auch die UNESCO-Zeitschrift über den GEO-Tag und sein Begleitprogramm berichtete.
2004 Die Ergebnisse des GEO-Tags (weit über 1000 Tier- und Pflanzenarten konnten an einem Tag bestimmt werden) wurden im traditionsreichen Bamberger Naturkundemuseum (seit 1791) in einer Ausstellung präsentiert. Zur Eröffnung hielten Prof. Dr. Achim Hubel und Prof. Dr. Werner Nezadal Vorträge im Hörsaal 1 der Universität (ehemaliges Jesuiten-Kolleg). Podiumsdiskussion zur Denkmalpflege mit Andreas Reuß, auf Einladung von Ursula Sowa. Führung der SPD Bamberg-Berg.
2005 In Zusammenarbeit mit der Stadt Bamberg, der Otto-Friedrich- Universität Bamberg, dem Bund Naturschutz und Dr. Klaus Mandery empfing der Verein die Primatenforscherin und UNO-Friedensbotschafterin Dr. Jane Goodall. Der Verein lieferte die „Botschaft“ (Welterbepark Immunität St.Michael), welche mit dem Besuch vor Ort übermittelt werden sollte und übernahm einen Großteil der Organisation. Dazu gehörten insbesondere die Führung durch das Kloster St.Michael, eine symbolische Baumpflanzung im Bereich der Nervenklinik St.Getreu und die Eröffnung der GTZ-Ausstellung „Menschen, Wälder, Entwicklungen“ im Naturkundemuseum (GTZ, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit). Im Sommer war die vom Verein bestellte Ausstellung „Brennpunkt Natur“ im Bamberger Diözesanmuseum, direkt neben dem Kaiserdom, zu sehen. Sie soll das Projekt „Welterbepark Klosterlandschaft St.Michael“ anstoßen helfen. Im Herbst war ein Ottobrunnenfest mit einer literarischen Wanderung, gestaltet von Heidi Friedrich und Irina Bondas .
2006 Wahlaufruf als Plakatwand zur Bamberger Oberbürgermeister-Wahl; Gespräch mit dem neuen Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD); Beginn der interdisziplinären Erforschung der ehemaligen Immunität St. Michael im Bamberger Berggebiet unter Initiative von Prof. Dr. Achim Hubel, Zusammenarbeit u.a. mit einer Gruppe der TU München; der Verein beteiligt sich bei der künftigen Gesaltung des Gebiets, insbesondere in Hinblick auf die Landesgartenschau in Bamberg 2012; Beteiligung des Vereins am bundesweiten "Tag des offenen Denkmals" mit zwei Aktionen in Bamberg; Aufruf zur Erprobung von Verkehrsberuhigungsmodellen auf der Bamberger Bürgerversammlung.
2007 Zusammenschluss der großen Bamberger Denkmalschutz-Vereine und Persönlichkeiten zur "Bürgerinitiative Rettet den Michaelsberg": Gegen Verkauf bzw. Umnutzung und jegliche Störung der Bausubstanz der gesamten Klosteranlage, der Gärten und der Klosterlandschaft: Pressekonferenz (Bild unten), OB-Gespräch, Begehung, Podiumsdiskussion Ottobrunnenfest am 16.9., ab 14.30 Uhr an der Ottobrunnen-Kapelle
Von rechts: Prof. Dr. W. Krings (Historischer Verein), Prof. Dr. A. Hubel (ICOMOS-UNESCO), Dr. J. Händler (Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg), A. Reuß (Bewahrt die Bergstadt), Dr. P. Ruderich (Freunde des Weltkulturerbes), jeweils Erste Vorsitzende
Pilzzeichnung von Dr. Irmgard Krommer-Eisfelder; die einzigartigen Zeichnungen wurden auf Initiative des Vereins Bewahrt die Bergstadt 2004 erstmals in einer Ausstellung im Bamberger Naturkundemuseum der Öffentlichkeit präsentiert
Jane Goodall mit Andreas Reuß in der Orangerie des Klosters Michelsberg, Bamberg 2005
Weitere Vereins-Initiativen: Initiative gegen den Abriss des Bamberger "Erlweinbaus" (erfolgreich; heute Stadtarchiv)
Anmahnung zu einer denkmalgerechten Erhaltung der Umfelder von Bamberger Sakralbauten
Initiative gegen die Zerstörung eines Viertels zwischen Promenade und Lange Straße in Bamberg durch eine so. "City-Passage" (Planungen erfolgreich abgemildert)
Persönliche Initiativen:
Vorschlag zur dünneren Bebauung des Gebiets Burgheimer Lage (so übernommen)
Initiative gegen die Verbauung des Berggebiets Bamberg mit Garagen, Zäunen, Wegbetonierungen usw.
Initiative zum Erhalt der katholischen Pfarrkirche, Stegaurach (Artikel 1995)
Initiative zum Erhalt des Bamberger Gärtnerviertels (Artikel 1993)
Initiative zum Erhalt jüdischer Denkmäler in Franken (Synagoge Ermreuth, Judenfriedhof Pretzfeld u.a., siehe Artikel 1994, 1995 und Bücher)
Einsetzen für den Erhalt der Burgruine Altenstein (Artikel 1997)
Initiative zum Erhalt der Bamberger Lokschuppen
Nachfragen wegen diverser archäologischer Sicherungen (Judenstraße, Domplatz, Alte Hofhaltung, alle Bamberg)
Anmahnung zu einer denkmalgerechten Erhaltung des Bamberger Maxplatzes
Nachfrage wegen Grabungen auf der Bamberger Altenburg
Einsetzen für eine vertiefte Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum und moderne Kunst vor historischem Hintergrund bzw. in historischer Umgebung (diverse Artikel)
Einsetzen für angemessene Mahnmale zum Holocaust (entspr. Artikel 1994, auch in den "Israel-Nachrichten", Tel Aviv)
Einsetzen für den Erhalt des Weltkulturerbes Bamberg in der Sendung "quer" des Bayerischen Rundfunks; Einsatz für die Aufbewahrung der Reste aus abgerissenen Häusern
Einsatz für die Stelle eine Stadtarchäologen (wurde installiert)
Allgemeine Gedanken zur Denkmalpflege u.a. in dem Büchlein "Bamberg entdecken", siehe Schriftsteller